Schon gewusst,...

 

 

...was Wasser eigentlich kann?

MULTITALENT WASSER

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"Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück." (Thales von Milet, um 650-560 v. Chr., griechischer Naturphilosoph). Dass Wasser für den Menschen mehr als ein einfaches Getränk ist, wissen wir alle. Doch in welchem Ausmaß Wasser unser Leben beeinflusst, beziehungsweise erst existent macht, wird erst bei näherer Betrachtung deutlich. Ein Mensch besteht zu circa 65 Prozent aus Wasser (im Säuglingsalter zu 90 Prozent) und eine Sonnenblume sogar zu 97 %. Wenn ein Mensch vier Tage lang kein Wasser zu sich nimmt, stirbt er. Doch nicht jedes Wasser ist auch gleich Trinkwasser: Es gibt eine eigene Verordnung, die Regeln und Richtlinien festlegt, wann Wasser zu Trinkwasser wird. Denn Trinkwasser muss frei von Krankheitserregern sein und darf viele andere Inhaltstoffe nur in so geringen Maßen enthalten, dass sie dem menschlichen Körper nicht schaden. Leider ist es immer noch so, dass nur 87% der Weltbevölkerung in den Genuss von einwandfreiem Trinkwasser kommen, trotz dass unser Planet zu dreiviertel von Wasser (Ozeane, Seen & Gletscher) bedeckt ist.

 

Doch wir brauchen Wasser noch für sehr viel mehr als „nur“ zum bloßem Existieren: Tiere und Pflanzen, also auch unsere Nahrung braucht Wasser um zu leben. Für die Lebewesen in Ozeanen und Seen ist es sowohl Nahrungsmittel als auch Lebensraum. Alle Felder und Plantagen, auf denen Getreide, Obst und Gemüse angebaut wird, müssen mit Wasser versorgt werden. Darüber hinaus benötigen aber auch sämtliche Fabriken und Industrien Wasser, um uns alles was wir uns an Gütern (von den Schuhen bis zum Computer) vorstellen können, herzustellen. Dabei ist wird es zur reinen Produktion über Kühlmittel bis hin zur Säuberung von Dingen benötigt. Man kann das Wasser auch nutzen, um mithilfe von Turbinen in Wasserkraftwerken Strom zu produzieren (zum Beispiel in Talsperren). 

 

Und auch damit ist noch nicht genug: Wasser ist außerdem noch ein unersetzliches Transportmittel. Mit keinem anderen Medium kann so viel Masse transportiert werden wie auf Frachtschiffen.

 

Doch nicht nur im „Großen“ wird Wasser benötigt. Jeder einzelne von uns benötigt circa 121 Liter Wasser (virtuelles Wasser ausgeschlossen) im täglichen Leben für die unterschiedlichsten Dinge: Duschen, Geschirr spülen oder Fahrrad putzen aber auch im Freibad oder auf dem Snowboard wäre ohne Wasser nicht viel los. 

 

 

...wieviel Wasser für die Herstellung verbraucht wird?

VIRTUELLES WASSER

Jeder von uns verbraucht am Tag circa 4 000 Liter. Das wir zu viel Wasser verbrauchen, ist eigentlich jedem klar, aber mit solch einer hohen Zahl rechnet kaum jemand. Woher also kommt diese hohe Zahl?

Wir verbrauchen Wasser nicht nur, wenn wir den Hahn aufdrehen: Alles was wir essen, sogar fast alles was wir im Alltag benutzen muss mit Wasser produziert werden. Ein einziges Blatt Papier kostet in der Herstellung - vom Wachstum des Baumes bis hin zur Bleiche in der Fabrik- zehn Liter Wasser. Ein normaler Spiralblock benötigt dementsprechend 1 000 Liter, also ein größeres Planschbecken. 

 

virtuell

 

Um zu verstehen, was virtuelles Wasser eigentlich ist, muss man verstehen, dass Wasser eine besondere Ressource ist. Man kann es beispielsweise nicht verbrauchen, wohl aber nutzen. Wenn man beispielsweise mit Leitungswasser seine Blumen gießt, so versickert das Wasser in Teilen ins Erdreich, füllt den Grundwasserspiegel auf und kann wieder aus einem Brunnen entnommen werden. Ein anderer Teil des Wassers verdunstet oder wird über Flüsse ins Meer geleitet, wo es später als Regen seinen Weg zurück ins Grundwasser findet. Im Wasserkreislauf ist die Menge des Wassers stets konstant.

 

Problematisch wird es erst, wenn wir das Wasser verunreinigen. Gewöhnlicher Schmutz (zum Beispiel vom Geschirr waschen) tut dem Wasser keinen Schaden. Werden jedoch Öle, chemische Reiniger, Medikamente, Farben oder ähnliches im Abguss entsorgt werden enorme Mengen an Grundwasser unbenutzbar. Daher müssen wir stets darauf achten, was wir in Waschbecken und Co herunterspülen und ob wir es nicht lieber anderweitig entsorgen könnten. Denkt dran, Wasser kann man nicht neu produzieren und das, was ihr hineinkippt, kommt durch den Wasserkreislauf auch irgendwann wieder bei euch an.

 

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Ein anderes Problem bei der Thematik virtuelles Wasser ist, woher das virtuelle Wasser kommt. In Deutschland gibt es generell keine Wasserknappheit, da das Wasserangebot wesentlich höher ist als die potentielle Nutzung. Jedoch nehmen wir sehr viele Lebensmittel zu uns und kaufen vor allem Produkte, die Ländern hergestellt wurden in denen von Grund auf Wasserknappheit herrscht. Dort konkurriert die landwirtschaftliche Produktion mit der Trinkwasserversorgung, so wird vielerorts dem Kreislauf zu viel Wasser entnommen. Wenn eine Orangenplantage in Südspanien beispielsweise mit Grundwasser künstlich beregnet wird, verdunstet ein großer Teil des Wassers. Als Regen fällt er jedoch nicht in Südspanien, sondern in regenreichen Gebieten wie Deutschland. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel in Südspanien und die Region droht auszutrocknen.

In einer Orange stecken 50 Liter virtuelles Wasser. Soviel Wasser wird benötigt, um die Orange reifen zu lassen. Wenn man also in Deutschland eine spanische Orange in seinen Einkaufswagen legt, so hat man auch 50 Liter virtuelles Wasser aus Spanien importiert. In den USA wird beispielsweise jährlich ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen, das entspricht etwa 40 Billionen Liter Wasser! Wenn ihr also Wasser sparen wollt, achtet darauf wo die Produkte herkommen und ob ihr sie auch wirklich verbraucht.

(Vollständiger Artikel: http://www.freitag.de/autoren/tstrohschneider/35-liter-fur-eine-tasse-tee

 

 

...wie man mit kleinen Dingen viel Wasser sparen kann?

WASSERSPARTIPPS

Auch wenn Wasser an sich nicht verloren gehen kann, müssen wir dennoch sparsam damit umgehen, denn die Wiederaufbereitung verbraucht enorm viel Energie. Da all das saubere Trinkwasser, was aus der Leitung oder nach dem Drücken des Spülknopfes kommt, wieder mit anderem Wasser (was eventuell nicht so pfleglich behandelt wurde) zusammen fließt, muss jeder einzelne Tropfen nach der Benutzung gereinigt werden. Deshalb ist es das klügste, es überhaupt sparsam einzusetzen. Wasser sparen ist mit einigen Tricks und einem generellem aufmerksamem Umgang auch gar nicht schwer. Wenn wir beim Zähneputzen das Wasser abdrehen sparen wir schon 40 Liter ein. Ähnlich ist es mit der Sparspültaste der Toilette: pro Spülung werden nur 6 Liter statt 10 verbraucht. Wenn wir das auf eine Woche hochrechnen, haben wir eine ganze Menge – nämlich etwa 80 Liter -  eingespart. Wenn ihr die Möglichkeit habt, einen Geschirrspüler zu nutzen anstatt mit der Hand zu spülen, spart ihr auch hier jedes Mal 15 Liter.

Also: behandelt das Wasser sparsam und pfleglich, ihr braucht es täglich!

 

duschen