EnergieScheck.

Stromausfall durch Hitze?

Eine Million Franzosen ohne Strom (www.klimaretter.info) - warum?

Die nördliche Hemisphäre der Erde erlebte Anfang Juli derzeit eine ungewöhnliche Hitzewelle.

Die Temperaturen liegen durchschnittlich um 1,2 Grad Celsius über dem Referenzwert des Zeitraums zwischen 1970 und 2000. In Europa sind besonders Frankreich, die Niederlande und Großbritannien betroffen. Das zeigen die Daten der National Centers for Environmental Prediction (NCEP). Die US-Wetterbehörde spricht von einer "Temperaturanomalie".

In Frankreich stieg das Thermometer bereits am gestrigen Dienstag an der Atlantikküste auf mehr als 40 Grad. Für den Monat Juni ist das ein Höchstwert. Es kam zu flächendeckenden Stromausfällen. Nach Angaben des französischen Netzbetreibers RTE waren zeitweilig fast eine Million Haushalte ohne Strom. Auch andere Landesteile verzeichneten heute Rekordtemperaturen: 39 Grad in Paris, 38 Grad in Limoges in Zentralfrankreich, 37 Grad in Nantes im Westen des Landes. In knapp der Hälfte aller rund 100 französischen Departements herrschte die zweithöchste Wetter-Alarmstufe.

Bei einer Hitzewelle im Sommer 2003 waren in Frankreich 19.000 Menschen ums Leben gekommen. Die aktuelle Hitzeperiode soll noch die ganze Woche über andauern.

Hitzewellen führen zu einer erhöhten Stromabnahme, da zunehmend Klimaanlagen genutzt werden. Fossile Kraftwerke und Atomkraftwerke können dann aufgrund fehlenden Kühlwassers aus den Flüssen nicht mehr betrieben werden, so dass es zum Stromausfall kommen kann.

Photovoltaik-Anlagen könnten dieses Problem deutlich entschärfen. In Deutschland war trotz Hitzewelle kein Engpass im Stromnetz zu verzeichnen. Die Anlagen produzieren im Tagesgang der Sonneneinstrahlung Strom, der dann auch für die Klimatisierung genutzt werden kann. Meldungen über Stromausfälle durch Hitzewellen sollten somit zukünftig nicht mehr notwendig sein.